Jungvogel gefunden?

Während der Brutsaison werden immer wieder tatsächlich oder nur vermeintlich „elternlose“ Jungvögel gefunden. Viele besorgte Menschen nehmen an, dass alle diese Tiere völlig hilflos sind, und meinen, sie „retten“ zu müssen.

ZaunkönigjungesIn der Regel haben die Vogeleltern jedoch ein waches Auge auf ihre Jungen und versorgen sie – auch außerhalb des Nests und auf dem Boden. Es ist also prinzipiell keine Herzlosigkeit, Vogelkinder dort zu belassen, wo sie sich befinden. Im Gegenteil, oft ist es das Sinnvollste, was Sie tun können.

Die wichtigsten Ausnahmen:

  • Befiederte „Nestflüchter“, die sich an gefährlichen Orten, z.B. an Straßenrändern, aufhalten. – Diese sollten an einen sicheren, maximal 25 Meter entfernten Ort in der Nähe gebracht werden (Gebüsch). Sie können die Tiere ruhig mit bloßen Händen anfassen, denn Vögel haben keinen sonderlich ausgeprägten Geruchssinn. Anschließend entfernen Sie sich bitte behutsam.
  • Aus dem Nest gefallene, nackte oder nur gering befiederte „Nestlinge“. – Wenn möglich, zurück ins Nest setzen. Ansonsten zur Erstversorgung zum Tierarzt oder ins nächste Tierheim (ggf. Vogelpflegestation) bringen. Selbstaufzuchtversuche von Laien sind meist erfolglos.
  • Eindeutig verletzte Jungvögel (z.B. mit gebrochenen Flügeln). – Zum Tierarzt bringen.
  • Jungvögel, bei denen eindeutig (z.B. durch Totfunde oder direkte Beobachtung nachvollziehbar) beide Elterntiere ums Leben gekommen sind. – Ins nächste Tierheim (ggf. Vogelpflegestation) oder zur Erstversorgung zum Tierarzt bringen.

Im Zweifelsfall entfernen Sie sich bitte mindestens 15 Meter und beobachten in Ruhe – es kann durchaus sein, dass Sie eine Stunde warten müssen – ob der Jungvogel von seinen Eltern gefüttert wird.

Sie haben bereits einen Jungvogel mitgenommen und sind unsicher, ob das überhaupt sinnvoll war? – Bitte studieren Sie die →Checkliste. Wenn das Tier voll befiedert ist und grundsätzlich gesund erscheint, sollten Sie es zügig an den Fundort zurück bringen und dort idealerweise auf eine erhöhte Stelle im Gebüsch setzen. Die meisten Altvögel suchen ihre Jungen bis zu 24 Stunden lang. Beobachten Sie nach der Zurückbringen aus einer Distanz von mindestens 15 Metern, ob der Jungvogel gefunden und gefüttert wird. Bitte warten Sie mindestens eine Stunde, ob dies geschieht.

Weitere wertvolle Tipps bietet die Seite wildvogelhilfe.org.

Hinweise für den Raum Herdecke und Hagen:

  • Der NABU Dortmund unterhält im Tierschutzzentrum an der Hallerey eine →Pflegestation für Wildvögel mit dem Schwerpunkt Greifvögel und Eulen.
  • Bei den beiden örtlichen Tierheimen rufen Sie bitte unbedingt vorher an, wenn Sie einen Jungvogel vorbeibringen möchten: →Tierheim Hagen (Tel. 02331-25454), →Tierheim Witten, Wetter, Herdecke (Tel. 02302-64450)
  • Aktuelle Anschriften und Telefonnummern von Tierärzten entnehmen Sie bitte dem Telefonbuch.
  • Weitere Adressen von Vogelauffangstationen finden Sie in der →bundesweiten Liste bei wildvogelhilfe.org (dort links in der Navigation).
  • Der BfV selbst betreibt keine Auffangstation für Wildvögel. Bei Fragen können Sie sich jedoch an Herrn Drane wenden (Tel. 02331-87844).